24/01/2022

Fit mit: HILDE GERG

Als „Wilde Hilde“ begeisterte Ski-Olympiasiegerin Hilde Gerg mit ihrem draufgängerischen Fahrstil die Zuschauer, erlebte aber auch schwere Verletzungen und persönliche Schicksalsschläge. Ihre Autobiografie „Der Slalom meines Lebens“ (mit Taufig Khalil) ist bei EDEL SPORTS erschienen. Nach ihrer Karriere hat sich Hilde Gerg zur Functional Trainerin weitergebildet, arbeitet in der Physio-Praxis ihres Mannes Marcus Hirschbiel (weitere Informationen unter www.hilde-gerg.de).  Hier sagt sie, wie sich Skifahrerinnen und Skifahrer am besten auf die Saison vorbereiten:

Fitness: Rechtzeitige Vorbereitung ist wichtig – am besten schon vier bis sechs Wochen vor dem ersten Skitag. Zu empfehlen sind zwei bis drei Sporteinheiten pro Wochen mit Kräftigungsübungen für die Beine und die Rumpfmuskulatur sowie Gleichgewichtsübungen. Damit hat man die Hauptkomponenten des Skisports abgedeckt. Dabei kann man sich im Wechsel auf jeweils ein Bein stellen. Mal mit offenen, mal mit geschlossenen Augen. Zusätzlich kann man die Hände hochnehmen und kreisen, einen Ball von links nach rechts werfen oder das freie Bein im Winkel von 90 Grad nach oben nehmen.

Für die Kräftigung ist die Treppe das ideale Sportgerät. Man sollte ohnehin immer eher die Treppe als den Aufzug nehmen. Zum Aufwärmen einfach die Treppe rauf- und runter gehen. Man kann auch variieren und mal zwei Stufen auf einmal nehmen und größere Ausfallschritte dabei machen. Zu empfehlen sind auch Kniebeugen mit aufrechtem Rücken. Bitte darauf achten, dass dabei das Gesäß möglichst weit runter geht.

Material: Ganz wichtig ist es, dass man sein Sportgerät in Ordnung hat, denn sonst fliegt man vielleicht schon bei der ersten Kurve aus der Bindung. Deswegen sollte jeder zu Saisonbeginn sein Material vom Fachleuten kontrollieren, pflegen und wachsen lassen. Rost gehört nicht auf die Kanten, sondern abgeschliffen. Die Bindung muss gut eingestellt werden.

Aufwärmen: Unterschätzt wird häufig das Aufwärmen vor der ersten Abfahrt. Die meisten Skifahrer steigen ja direkt aus dem Auto auf die Skipiste. Die Muskulatur ist nicht darauf vorbereitet, dass von unten vom Ski Druck kommt. Der Ski ist ja quasi die Verlängerung unseres Fußes und hat durch seine Länge eine enorme Hebelwirkung auf unsere Gelenke, Muskeln und Bänder. Und wenn diese nicht warm sind, geht es schnell etwas kaputt. Deswegen sollte man mit ein paar Kniebeugen und einem Einbeinstand oben am Berg beginnen. Dann sollte man die Arme hochnehmen und kreisen. Dabei kann man die Skistöcke zu Hilfe nehmen. Und wer mag, kann ein paar Hampelmänner machen, weil da alle relevanten Muskelgruppen auf einmal aufgerufen werden.

Rücksicht: Es ist ganz wichtig, dass man auch mal wartet, bis Platz auf der Piste ist. Oberster Grundsatz: Der Klügere gibt nach und lebt gesünder. Man muss nicht auf Biegen und Brechen seine Kurve durchziehen und andere und eben auch sich selbst gefährden. Ich rate dringend dazu, den Skitag zu beenden, wenn man müde wird – auch wenn die Liftkarte dann eben nicht bis zum letzten Cent wieder reingefahren wird. Gerade am Ende des Skitags passieren die meisten Unfälle. Der Schnee wird schwer, die Piste unruhig und die Buckel immer größer. Und selbst wird man nach Essen und Trinken auch träge. Da geht es um Selbstschutz!

In ihrer Autobiografie „Der Slalom meines Lebens“ erzählt die dreifache Mutter Hilde Gerg von ihrer Leidenschaft für den Skisport, ihrem Aufstieg in die Weltspitze und ihren großen Erfolgen – aber auch von Verletzungen, Krisen und den dunklen Seiten des Lebens.

Paperback. 288 Seiten. 18,95 EUR


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